In Deutschland haben mittlerweile Wohnungsbau- und Immobilien-Gesellschaften sowie Hausverwalter das französische Wort „Concierge“ und die englische Bezeichnung „Doorman“ aufgegriffen. In diesem Zusammenhang steht es für Aufsichts- und Dienstpersonal, das sowohl in Wohnhäusern eingesetzt wird, die in Problemgebieten liegen, als auch in luxuriösen Appartement-Immobilien. Erklärtes Ziel im ersten Fall ist es, die Sicherheit zu gewährleisten und der Verwahrlosung vorzubeugen, im zweiten, darüber hinaus die Attraktivität der Immobilie durch serviceorientiertes Personal zu steigern, das neben den üblichen Hausmeisteraufgaben dem Mieter „rund um die Uhr“ für Dienstleistungen wie Fahrdienst, Erledigung von Einkäufen und Botengängen, Restaurantreservierungen, Versorgung von Haustieren, Entrümpelung und dergleichen mehr zur Verfügung stehen soll. Im ersten Fall entspricht die Leistung in etwa der einer traditionellen aber ständig vor Ort anwesenden „Wach- und Schließgesellschaft“, aus der zweiten Komponente hat sich ein Dienstleistungskonzept herauskristallisiert, für das sich die Bezeichnung „Concierge-Service“ durchsetzt.
Die aus diesen Dienstleistungen entstehenden, zum Teil erheblichen Kosten sind jedoch nicht als Betriebskosten auf den Mieter umlegbar, sondern bedürfen zur Überbürdung auf den Mieter einer besonderen, ausdrücklichen und vertraglich festgelegten Vereinbarung zwischen dem Vermieter oder Hausverwalter und dem Mieter, der sich darin zur freiwilligen Übernahme dieser Kosten bereit erklären muss.
Durch die hohen Personalkosten, die ein Concierge in der Hotellerie oder in Privatimmobilien verursacht, gehen die Bestrebungen im Zuge der digitalen Revolution zunehmend dahin, den Concierge durch den Einsatz von neuen Medien teilweise oder ganz zu ersetzen.
Der sogenannte Hotel-Concierge (französisch „Concierge d'hôtel“ oder „concierge de grand hôtel“) findet hauptsächlich Beschäftigung in der Luxushotellerie. Seine erste Aufgabe ist es, potentielle, kaufkräftige Hotelgäste und VIPs zu erkennen und als Stammgäste zu gewinnen. Er steht vollkommen im Dienste von meistens anspruchsvollsten Gästen mit höchsten Erwartungen, denen er jeden Wunsch von den Lippen abliest und erfüllt.
Unter seine Verantwortung fallen die Überwachung der Hotelhalle, die Ausbildung, Beaufsichtigung und in manchen Fällen auch Einstellung des Voituriers, des Portiers, des Liftiers, des Groom und des Bagagisten. Nach dem Motto: „alles hören, alles sehen, nichts verlauten lassen“ spürt er mit geschultem Auge jede noch so kleine Unregelmäßigkeit auf und behebt sie diplomatisch.
Er ist der diskrete, aufmerksame, verständnisvolle, verschwiegene Ansprechpartner und Vertraute des Hotelgastes und hat ein offenes Ohr für alle Anliegen und Bedürfnisse. Selbst ausgefallenste und seltsamste Wünsche prompt und effizient zu erfüllen, ist im Milieu der Concierges eine Herausforderung und Ehrensache. Das Wort „nein“ ist verpönt. Dank des sogenannten „Cardex“, eines unter Verschluss gehaltenen Buches, das in ähnlicher Form auch die Gouvernante und der Barkeeper führen und in dem bestimmte Informationen gesammelt werden, kennt der Concierge die Angewohnheiten, kleinen Marotten und Interessensgebiete des Gastes, erinnert sich beispielsweise an seine Lieblingsspeise, die Vornamen seiner Kinder, die Adresse seines Frisörs und dergleichen mehr. Sein Aufgabenfeld geht weit über den üblichen Weckdienst, die Buchung von Ausflügen, die Reservation anderer Hotels und die Beförderung des Handgepäcks hinaus. Der Concierge macht Unmögliches möglich: er treibt Karten für ausverkaufte Vorstellungen und Sportveranstaltungen auf, lässt zu nachtschlafener Zeit exotische Speisen herbeischaffen, öffnet Museumstüren an Ruhetagen, usw. Im Hotel Ritz werden einem ungenannten Gast vor jeder Ankunft säckeweise Rosenblätter in die Hotelsuite gestreut. Dieser perfekte Service ist eines der Hauptargumente, mit dem die Luxushotellerie um Kundschaft wirbt. Nicht zuletzt rechtfertigt er auch die hohen Preise, die in dieser Hotelkategorie praktiziert werden.
Die Tätigkeit des Concierge gehört aufgrund des angenehmen, luxuriösen und raffinierten Rahmens, in dem sie ausgeübt wird, sowie der auserlesenen, oftmals renommierten Kundschaft zu den sogenannten Traumberufen. Die Einstellungschancen sind gering. Ein neueröffnetes Luxushotel in Paris führte kürzlich für 300 Stellenangebote (in allen Hotelbereichen) Einstellungsgespräche mit 4.000 Kandidaten. Das Hotel verzeichnete den Eingang von insgesamt 30.000 Bewerbungsschreiben.
Der internationale Berufsverband der Hotel-Concierges ist die „Union Internationale des Concierges d'Hotels“ mit dem Prädikat „Les Clefs d'Or“, eine Art Insignie in Form von zwei vergoldeten, übereinander gekreuzten Schlüsseln, die der Concierge am Revers trägt. Der Verband zählt 4.500 Mitglieder aus 34 Ländern (2007). Kandidaten für die Mitgliedschaft müssen ein Mindestalter erreicht haben, zwei Fremdsprachen oder mehr beherrschen, mindestens fünf Jahre „Hallendienst“ in einem Luxushotel nachweisen und eine Empfehlung von mindestens zwei Personen beibringen.