Das mittelalterliche Amt des concierge du palais, auch concierge-bailli du palais und seit 1461 nur noch bailli du palais (etwa: Palastverwalter, Burgvogt) ist in Frankreich seit dem Jahr 988 nachgewiesen. Es entsprach in etwa dem Amt des früheren Hausmeiers, wobei die Justizgewalt des „concierge“, der als Vertreter des Königs die mittlere und hohe Gerichtsbarkeit auszuüben berechtigt war und in seinem Namen vor dem Gericht auftrat, sich auf die Königsburg und ihre nähere Umgebung beschränkte. Er hatte ferner die absolute Schlüsselgewalt und beaufsichtigte den Torhüter und die Schildwachen.
Als die im Herzen von Paris auf der Seineinsel Ile de la Cité gelegene Burg um 1286 zu Beginn der Herrschaft von Philipp IV. dem Schönen von Enguerrand de Marigny erneuert wurde, nahm das in einem der Tortürme eingerichtete Logis des „concierge“ den Namen Conciergerie an, den dieser älteste Teil des heutigen Palais de la Cité auf der Seineinsel Ile de la Cité im Herzen von Paris noch immer trägt.
Schließlich verlegte das Königshaus im Jahr 1358 seinen Wohnsitz und gab die alte Burg auf, in welcher der Rechnungshof und die Kanzlei zurückblieben, der Gerichtshof (frz.: „parlement“) tagte und die befestigte „Conciergerie“ als Kerker diente.
Im Laufe der Zeit ging die Bezeichnung „concierge“ von dem königlichen Haus- und Hofverwalter auf die Wärter der zu einem Gefängnis umfunktionierten Conciergerie über, später auch auf die Wärter anderer Gefängnisse. Die Aufgabe dieses „concierge de prison“ (Gefängnis-Concierge) bestand darin, die Bewachung und Versorgung der Gefangenen zu gewährleisten, die Ein- und Ausgangsregister sowie eine doppelte Buchhaltung der Ausgaben für jeden Tag zu führen, den ein Insasse im Gefängnis verbrachte. Für die Bewachung von 200 bis 300 Gefangenen verfügte der Kerkermeister der „Conciergerie“ im 17. Jahrhundert allerdings nur über einen Personalstamm von durchschnittlich etwa 12 bis 15 Personen:
„fünf oder sechs Türschliesser (frz.: „guichetier“, wörtlich: KlappenWärter), zwei Helfer, den Kaplan, den Apotheker, den Arzt, den Chirurgen, etwa 15 Personen, bei Einrechnung der Familie des Concierges“ . Die zahlenmäßige Unterlegenheit wurde in der Regel durch Einschüchterungen, Brutalitäten und sonstigen Gewaltmissbrauch ausgeglichen. Zu besonders trauriger Berühmtheit gelangten die „concierges de prison“ der verschiedenen französischen Gefängnisse in den Zeiten der Schreckensherrschaft während der französischen Revolution, als allein in der Pariser Conciergerie in nur wenigen Monaten mehr als 2.700 Unglückliche der Vollstreckung ihres Todesurteils unter der Guillotine entgegensahen.
Der französische „concierge d'immeuble“ (deutsch: Gebäude-Concierge) ist wie der deutsche Hausmeister der Pförtner in Wohnhäusern, Schulen, Studentenwohnheimen, Bürohäusern, Betrieben, Fabriken oder dergleichen anzutreffen, wo er für Ordnung, Sicherheit, Sauberkeit und Instandhaltung (Wartung, Inspektion, Instandsetzung) zuständig ist. Dafür sind soziale Eigenschaften und handwerkliche Fähigkeiten von Vorteil.
In Frankreich ist der Beruf gesetzlich geregelt . Der Berufsstand ist in einer Gewerkschaft zusammengeschlossen , Richtlinien für Arbeits- und Lohnverhältnisse sind in einem Tarifvertrag festgelegt .
Der weiblichen Pariser Concierge, die in Frankreich in vielen Wohnhäusern, wenn nicht in ihrer Loge hinter dem Wagentor oder der Haustür, so im Treppenhaus anzutreffen ist, setzte der französische Schriftsteller Eugène Sue in dem Feuilleton-Roman „Les mystères de Paris“ (Die Geheimnisse von Paris) in der Gestalt der Madame Piplet ein karikaturales Denkmal, mit dem Ergebnis, dass noch heute ein geschwätziges weibliches Wesen in Frankreich als „piplette“ bezeichnet wird. Das Bild, das der Fremde sich von der Pariser Concierge macht, gehört zu den typischen Klischeevorstellungen, sicher nicht zuletzt durch ihr Auftreten in vielen Filmen, wo die Loge und die Nachrichten und Post entgegennehmende und weiterleitende Hausmeisterin, so wie auch im wahren Leben, das verbindende beziehungsweise soziale Element zwischen dem öffentlichen und dem privaten Raum darstellen. Ihren Protest gegen das von der Filmbranche verfälschte Bild brachten die französischen „Concierges“ im Mai 1990 durch eine Demonstration auf den Treppen des Filmfestival-Palastes in Cannes zum Ausdruck.