Immobilien / Wohnung mieten oder kaufen

Immobilien und Wohnungen zum Mieten und Kaufen

Kulturelles und Mediales

Bei den Gemeindewohnungen treten die Gemeinden selbst als Bauherr und als Vermieter im Gegensatz zu Genossenschaftswohnungen auf. Typischerweise war der Gemeindebau eher in sozialdemokratisch dominierten Gemeinden vorhanden, während in den zur ÖVP zuzurechnenden Gemeinden eher die Bauten durch Genossenschaften durchgeführt werden.

Die klassischen Gemeindebauten der Zwischenkriegszeit sind typischerweise in Blockrandbebauung ausgeführt. In der verhältnismäßig prunkvollen Schauseite führt eine große Toreinfahrt in einen Hof, der als Grünanlage mit Spielplätzen gestaltet ist. Der Zugang zu den Wohnungen erfolgt vom Innenhof. Wegen der oft opulent gestalteten Eingänge nennt man den Stil der Gemeindebauten scherzhaft auch „Arbeiterbarock“.

Die Gemeindebauanlagen verfüg(t)en oft auch über Einrichtungen wie Städtische Bücherei, Kindertagesheim, Wäscherei, Theatersaal, Kinderfreibad, Hallenbad, Ärztezentren oder Einkaufszentren. Paradebeispiele für Mega-Wohnkomplexe mit vielen Zusatzangeboten sind der Sandleitenhof im 16. (über 4000 Bewohner!), der Karl-Marx-Hof im 19. und der Rabenhof im 3. Bezirk.

Die Anlagen aus dieser Zeit tragen auch heute noch auffällige Tafeln mit einem Text der Form Wohnhausanlage der Gemeinde Wien errichtet in den Jahren 1925 bis 1927 aus den Mitteln der Wohnbausteuer.

Viele Gemeindebauten tragen Namen, neben einigen geographischen Bezeichnungen vorwiegend Personennamen. Neben allgemeinen Freiheitskämpfern George Washington wurden vor allen berühmte Sozialisten und Sozialdemokraten (Karl Marx, Olof Palme) geehrt, aber auch weniger bekannte örtliche Parteifunktionäre.

Wolfgang Ambros hat die Wiener Gemeindebauten in seinem Lied Blume aus dem Gemeindebau musikalisch verewigt.

Zentraler Schauplatz der Fernsehserie Kaisermühlen-Blues ist ein Gemeindebau in Kaisermühlen. In der ORF-Reportagereihe Am Schauplatz geht es häufig um das „Lebensgefühl“ der Gemeindehausbewohner, die nicht selten eine eigene Subkultur, eine Art „Stadt in der Stadt“-Mikrokosmos bilden.

Der österreichische Film Muttertag – Die härtere Komödie spielt in der Wohnhausanlage Am Schöpfwerk in Altmannsdorf in Wien Meidling und karikiert das Wiener Kleinbürgertum.

2009 beschäftigt sich die Ausstellung Wiener Wohnbau: Innovativ. Sozial. Ökologisch im Ringturm mit dem Thema „Gemeindebau“.

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